Baugenehmigung Terrassenüberdachung


Wann muss ich einen Bauantrag stellen?

         
Die Errichtung einer Terrassenüberdachung ist entsprechend der Bauordnung NRW §65 (1) Punkt 8b genehmigungsfrei wenn die Überdachung:                       

a) nicht mehr als 3,0m tief
          
 b) die Grundfläche kleiner als 30m² ist.

Voraussetzung ist außerdem, dass alle baulichen Bestimmungen        eingehalten werden. Hier die Anforderungen, die zusätzlich beachtet werden müssen:                     

1. Der Abstand zur Nachbargrenze muss mehr als 3,00m betragen (nur wenn           die Überdachung weniger als 1,50m tief ist darf dieser Abstand auf 2,00 m          verkürzt werden – dieser geringe Abstand kommt eigentlich nie vor)           

2. Sobald es sich um Reihen- oder Doppelhäuser handelt wird in den meisten           Fällen direkt auf der Grenze oder näher als 3,00m  gebaut, sodass ein          Bauantrag mit Antrag auf Befreiung erforderlich ist.

WICHTIG: Die Nachbarn - betroffen sind immer alle Eigentümer- müssen dem Vorhaben zustimmen und dies mit der Unterschrift auf den                            Bauantragsplänen bestätigen. Im Vorfeld selber eingeholte Unterschriften sind nicht ausreichend.

Zusätzlich wird derzeit im Baurecht noch eine Grenzwand in Brandschutzqualität bis unter die Dachhaut gefordert (BauO NRW §30 (4) Satz 1).
Hierbei ist es Auslegungssache der jeweiligen Behörde, ob diese Wand zwingend gefordert wird, ein Antrag auf Befreiung gestellt werden kann oder direkt auf die Wand verzichtet werden darf. 

3. Das Maß der baulichen Nutzung muss eingehalten werden. In den          meisten Fällen dürfen die Grundstücke bis zu 40% bebaut werden              (Grundflächenzahl GRZ 0,4). 

4. Sollte die Grundflächenzahl überschritten werden, ist vorab mit der Stadt/ Gemeinde zu klären, ob bei einem Antrag auf Befreiung eine Genehmigung in Aussicht gestellt werden kann.

5. Sollte ein Bebauungsplan für das Gebiet existieren, dann ist zu überprüfen, ob die Baugrenze (in den meisten Fällen handelt es sich um die rückseitige Baugrenze) eingehalten wird. Davon abhängig ist die erlaubte Bautiefe: Gebäude plus Terrassenüberdachung.

6. Bei Überschreitung der Baugrenze muss zu einem Bauantrag auch ein Antrag auf Befreiung gestellt werden. Geringfügige Überschreitungen werden in den meisten Fällen problemlos genehmigt. Größere Überschreitungen sollten sinnvollerweise im Vorfeld mit der Behörde abgestimmt werden.